Kontx erklärt, wieso sich klassische Medienarbeit noch auszahlt
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«Klassische Medienarbeit zahlt sich immer noch aus»

Posted by Kontx on Jun 05, 2020
Kontx
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Medienarbeit ist in vergangenen Jahren durch die digitale Transformation immer stärker unter Druck geraten. Werbe- und Marketinggelder fliessen grösstenteils in Google, Facebook, Instagram und Co, Medienarbeit wird dabei aussen vor gelassen - zu Unrecht. Mit einer konsistenten und kontinuierlichen Medienarbeit können Unternehmen und Marken sehr glaubwürdig auf sich aufmerksam machen und Themen für sich besetzen. Wir erleben gerade in unserer täglichen Arbeit, dass die klassische Medienarbeit ein Revival erlebt und wieder ein grösseres Gewicht im Kommunikationsmix einnimmt. Wer langfristig denkt, verlässt sich nicht allein auf Influencer-Marketing & Co. Medienarbeit und PR ist goldwert, um einem Unternehmen oder einer Marke mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen und zu gewissen Themen klare Haltung zu beziehen. Es lohnt sich daher für PR-Agenturen, persönliche Beziehungen zu Journalisten und Meinungsmachern aufzubauen und zu pflegen.

Was gilt es zu beachten, um Medienarbeit erfolgreich betreiben zu können? Michelle und Nina, Junior Consultants bei Kontx, berichten in diesem Gespräch mit ihrem Teamkollegen Livio von ihren persönlichen Erfahrungen aus den letzten Jahren. Zum Schluss verraten sie ihren Tipp für eine gelungene Medienarbeit.

Livio: Jetzt mal Hand aufs Herz – ist klassische Medienarbeit wirklich noch zeitgemäss?

Michelle: Ja! Kaum zu glauben, dass klassische Medienarbeit in einer so stark digitalisierten Welt noch gefragt wird. Aus unserer Erfahrung der letzten Jahre können wir berichten, dass die Medienarbeit funktioniert und ihre Berechtigung im Kommunikationsmix hat. Es dreht sich eben doch nicht alles nur um Influencer-Marketing und Tik-Tok-Videos. (lacht)

Nina: Klassische Medienarbeit zahlt sich immer noch aus. Ich würde aber nicht sagen, dass Influencer-Marketing wichtiger oder weniger wichtig ist als Medienarbeit. Beide Disziplinen sind als ebenbürtig anzusehen, da ihr gemeinsames Ziel ist, Ihre Zielgruppen/User mit Informationen anzusprechen.  

Was ist der erste Schritt, den man bei der klassischen Medienarbeit beachten muss?

Nina: Recherche! Gute Recherche ist die halbe Miete. Du solltest keinen Journalisten anrufen, bevor du sein Medium nicht bis auf die Knochen durchleuchtet hast und genau weisst, was für ihn und seine Leser relevant ist. Du stiehlst ihm nur unnötig Zeit. Wir betreiben daher konstante Medienanalyse und verfügen über einen eigenen Medien-Kiosk in der Agentur, der alle relevanten Tageszeitungen, Lifestylemedien, Fachtitel etc. enthält.

Michelle: Das sehe ich genau gleich. Ohne Kenntnisse über das Medium vergraulst du dir sofort wichtige Medienkontakte. Aber ebenso wichtig ist, dass du das Thema, oder das Produkt, das du einem Journalisten anbieten möchtest, kennst und auf Fragen souverän antworten kannst. Wir wollen in einen Dialog mit Journalisten treten und ihm nicht einfach etwas «andrehen».  Daher sollte man die Mediengattungen und die jeweilige Medien- und Themenausrichtung gut kennen.

Und wenn ihr dann über Medium sowie Produkt- oder Dienstleistungen bestens Bescheid wisst, wie gelangt ihr an die jeweilige Ansprechperson?

Michelle: Bei uns gilt die Faustregel: Thema beherrschen, Medium kennen, Hörer in die Hand nehmen und beim Medium anrufen und sich durchfragen. Der Empfang der Medienhäuser ist offen und hilfsbereit. In der Regel wird einem bereitwillig die Emailadresse eines Journalisten ausgehändigt. Mit der Zeit baut man sich seine persönlichen Kontakte auf, die man gut pflegen und in einer Datenbank zusammenfassen muss – wir haben eine sehr differenzierte Mediendatenbank, unser Herzstück der Agentur.

Nina: Wir arbeiten zusätzlich mit der PR-Software renteria. Das ist eine Datenbank, welche die gesamte Schweizer Medienlandschaft abbildet. Diese führt alle Medien der Schweiz auf, innerhalb des Mediums kann man themenspezifische Redakteure bzw. Journalisten herausfiltern. Als Grobrecherche ist diese Datenbank eine gute Ergänzung. Und falls man doch mal bei renteria nicht fündig wird, gibt es immer noch die Möglichkeit, über das Impressum eines Mediums an die entsprechende Person zu gelangen.

Gibt es auch Medien, bei denen ihr einen fixen Ansprechpartner habt oder ist das je nach Thema unterschiedlich?

Nina: Das Ziel ist, bei spezifischen Themen einen festen Kontakt zu haben, mit dem man mit der Zeit eine vertrauensvolle Basis hat und mit dem man auch mal Themen und Ideen diskutieren kann. Allerdings heisst das nicht, dass wir bei jedem Thema auf diese Kontakte zurückgreifen können. Bei neuen Themen, die wir uns erarbeiten – und das ist bei uns ja oft der Fall -  müssen wir erneut in die Recherche gehen und neue Kontakte aufbauen. Medienarbeit ist Knochenarbeit, man ist ständig dran, seine Kontakte zu pflegen, neue Kontakte aufzubohren, Kontakt zu halten. Das ist feinstes Beziehungsmanagement.

Michelle: Das ist wirklich so, denn alle Redaktionen sind heutzutage unter extremem Zeitdruck! Umso wichtiger ist es, dass man auch an seine gefestigten Kontakte nur relevante Inhalte heranträgt.  Man muss unbedingt auf andere Redakteure ausweichen, wenn Inhalte für die fixe Ansprechperson nicht relevant sind.

Was ist ein guter Zeitpunkt für Medienarbeit?

Michelle: Eine gute Frage. Sehr, sehr wichtig ist hier zu beachten: Der Montagmorgen ist absolut tabu! Hier haben viele Redaktionen ihre Wochensitzungen und sind mehr oder weniger nicht erreichbar.

Nina: Generell würde ich sagen, dass von Dienstag bis Donnerstag zwischen 10:00 Uhr und 16:00 Uhr die beste Zeit ist, Journalisten anzusprechen.

Zum Schluss noch eine letzte Frage: Was ist euer Geheimtipp für eine erfolgreiche Medienarbeit?

Nina: Nimm dem Journalisten so viel Arbeit wie möglich ab, aber zwing ihm so wenig wie möglich auf. Klingt schwierig – ist es auch (lacht). Journalisten sind zum einen froh, wenn man ihnen gut aufbereitete Informationen liefert, die sie in eine zum Medium und zu den redaktionellen Prinzipen passende Geschichte giessen können. Zum anderen wollen sie keine vorgefertigten Stories, sondern selbst entscheiden, welche Fakten für sie relevant sind.

Michelle: Mein Tipp geht in eine ähnliche Richtung. Ich arbeite unglaublich gerne mit Themenplänen (z.B. saisonale Themen, spezifische Thementage). Das heisst, wir stellen uns in der Agentur für jedes Jahr selbst einen Kalender mit den wichtigsten Thementagen und Events zusammen. So kann man seine Medienarbeit beziehungsweise die Relevanz eines Produkts oder einer Dienstleistung direkt in einen thematischen Kontext einbetten oder an einem spezifischen Ereignis aufhängen. Das schätzen Medien, da auch sie Themenschwerpunkte haben und sich an Thementagen im Jahr ausrichten.

Bildnachweis: AbsolutVision / Unsplash

Topics: Agenturleben, Arbeitsalltag, Medienarbeit

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