Employer Branding ist nach einer Krise besonders wichtig
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Nach Krisenzeiten gewinnt Employer Branding an Bedeutung

Posted by Kontx on Jul 15, 2020
Kontx
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Jetzt muss sich die Arbeitgebermarke beweisen. Wie steht es um die Unternehmenswerte, um die Unternehmenskultur und um Authentizität des Auftritts am Arbeitsmarkt? Wie differenziert sich ein Unternehmen mit Inhalten, emotionaler Stärke, einer bewussten Ansprache von jungen Leuten und vertrauensbildenden Massnahmen gegenüber dem Wettbewerb? Organisationen müssen nun handeln und neue Wege gehen. Gerade jetzt ergibt sich für Unternehmen eine grosse Chance, die eigene Arbeitgebermarke kritisch zu hinterfragen und eine Neujustierung des eigenen Employer Branding vorzunehmen: Hier sind Mut, Kreativität und vorausschauendes Handeln gefragt, um die sensible Pflege des Arbeitgeberimages auf ein neues Level zu heben.

Die zentrale Frage ist, ob es ein «Weiter so» geben kann, oder ob man die Krise einfach aussitzt und hofft, dass es danach so weitergehen wird. Klar ist schon jetzt, dass die Welt nach Corona eine andere ist. Eins hat die Krise gezeigt: Home-Office, in vielen Unternehmen bisher eher ein Schmäh-Wort, hat sich mittlerweile bewährt. Zukünftig können Unternehmen nicht zurückfallen, sondern werden eine hohe Flexibilität ihrer Arbeitsorganisation als ein Kernelement der eigenen Arbeitgebermarke bewusst in den Fokus rücken.

Das ist auch bitter nötig, wenn man sich aktuelle Marktzahlen anschaut: Kaum eine Branche, die nicht darüber klagt, dass ihnen in Zukunft die benötigten Experten auf ihrem Gebiet fehlen werden. Laut Schätzung der UBS-Ökonomen könnten der Schweiz in zehn Jahren mehr als 300'000 Arbeitskräfte fehlen. Vor allem grosse internationale Tech-Firmen haben das erkannt, sie buhlen intensiv und mit zahlreichen Benefits um die besten verfügbaren Köpfe, die aus den Hochschulen in den Arbeitsmarkt drängen. Für viele KMU ist dieser Kampf schlicht schon verloren, bevor er überhaupt beginnt. Was ist also der richtige Weg, um auch als KMU die richtigen Mitarbeiter zu finden?

Employer Branding: Eine starke Arbeitgebermarke bindet Fachkräfte

Immer weniger geht es darum, mit lukrativeren Angeboten die benötigten Fachkräfte anzulocken, sondern viel mehr um die verbesserte Darstellung der Arbeitgebermarke und die Konzentration auf die eigenen Mitarbeiter. Über 90% der befragten Arbeitnehmer einer aktuellen Indeed-Studie sind bereit, das aktuelle Unternehmen zugunsten eines Betriebes mit besserer Reputation zu verlassen. Dass der Fokuswechsel auf die Unternehmenskultur notwendig ist, zeigen die Zahlen des Engagement-Indexes, der vom Gallup-Institut jährlich erstellt wird. Darin wird gemessen, wie engagiert Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz sind und wie hoch die Bindung zu ihrem Arbeitgeber ist. In der Schweiz geben gerade einmal 13% der Arbeitnehmer an, eine hohe Bindung an ihr Unternehmen zu haben und bereit sind, sich für dieses zu engagieren. Die überwiegende Mehrheit von 76% macht “Dienst nach Vorschrift”, haben also eine geringe Bindung und 12% haben bereits "innerlich gekündigt”.

Employer Branding = nach intern und extern gelebte Unternehmenskultur

Es braucht ein Employer Branding, das nicht nur auf die Neugewinnung von Mitarbeitern zielt, sondern auch eine Unternehmenskultur hervorbringt, die intern vom CEO bis zum Praktikanten gelebt wird. Diese Unterschiede zu verstehen, ist entscheidend, sowohl für die Mitarbeitergewinnung als auch für das Entwickeln einer Unternehmenskultur, die eine funktionierende Zusammenarbeit aller Generationen im Unternehmen ermöglicht und das Konfliktpotenzial verringert.

Die Krise treibt insbesondere auch die Digitalisierung voran: Online-Meetings mit Mitarbeitenden als Austausch-, Planungs-, und Führungselement sind ein Kernbegriff der Krise geworden. Ohne sie könnte HR momentan keine Einstellungsprozesse führen. Viele Bewerber wünschen sich eine Digitalisierung des Recruiting-Prozesses. Auch das wird die Arbeitgebermarke zukünftig stärker beeinflussen und zu einem zentralen Tool werden, wie man sich als Marke am Markt positioniert.

Eine starke Arbeitgebermarke bietet Antworten und Sicherheit

Auf was es jetzt am meisten ankommt: Menschen suchen bei Krisen, wie wir sie momentan haben, Halt und Orientierung. Mitarbeitende streben nach Sicherheit und wollen Antworten auf zentrale Fragen: «Wie geht es weiter?», «Behalte ich meinen Job?», «Ist eine Karriere überhaupt noch möglich?». In Phasen der Verunsicherung bieten starke Arbeitgebermarken Halt und Orientierung. Ein bewusstes Employer Branding ist deshalb unerlässlich. Denn sowohl während einer Krise, insbesondere aber danach zeigt sich, ob eine Marke sich verändern kann, ob sie mit ihren Mitarbeitenden vertrauensvoll umgeht und auch gegenüber potentiellen Mitarbeitenden signalisiert, dass man Altbewährtes hinterfragt und auch an der Meinung von aussen interessiert ist.

Unsere Tipps für Ihr erfolgreiches Employer Branding:

  1. Werte & Visionen: Wissen Ihre (zukünftigen) Mitarbeiter, was Ihr Unternehmen ausmacht, welche Werte es vertritt und welche Ziele erreicht werden sollen? Beantworten Sie die Fragen nach dem WARUM! Wenn der Zweck des Unternehmens nicht bekannt ist, wie soll einem Mitarbeiter erklärt werden, warum er täglich in diesem Betrieb zur Arbeit kommen soll? Das klingt zunächst banal, ist aber gerade im Hinblick auf die jüngeren Generationen wichtig. Arbeitnehmer sollen sich mit dem Unternehmen oder dem Produkt identifizieren können, deshalb brauchen Unternehmen klare Werte und Visionen, die aktuellen und zukünftigen Mitarbeitern bekannt sind.
  1. Unternehmenskultur: Tue Gutes und rede darüber - Das aktive Leben einer Unternehmenskultur ist zentral. Die Kultur, die für ein positives Image sorgen soll, darf nicht nur auf Papier schön klingen, sondern muss auf allen Ebenen aktiv gelebt werden, spürbar und jederzeit! Ist dies nicht der Fall, sinkt irgendwann das Engagement der Mitarbeiter und das Abwanderungspotenzial wächst. Daher ist es entscheidend, dass angefangen bei der Führungsebene und HR, über alle Abteilungen und Hierarchieebenen hinweg, die Unternehmenskultur gelebt und durch konstantes Hinterfragen und durch Mut zur Veränderung, weiterentwickelt wird.
  1. Reputation: Wissen Sie, welches Image Sie als Arbeitgeber bei Ihren eigenen Mitarbeitern, aber auch bei potenziellen Mitarbeitenden haben? Wenn nicht, überprüfen Sie es und stellen Sie sich die Frage, was Sie tun müssen, um Ihr Image intern und extern zu verbessern. Wenn nötig, erarbeiten Sie die Werte und Ziele, die zu Ihrem Unternehmen passen – nehmen Sie die Mitarbeiter in die Pflicht. Was selbst erarbeitet wird, wird auch mitgetragen. Kommunizieren Sie die Aspekte Ihres Unternehmens, die Sie attraktiv machen, nach aussen. Aber: Dreschen Sie keine hohlen Phrasen, leben Sie aktiv, was sie versprechen!

Quellen:

Topics: Unternehmenskultur, fachkräfte, employer branding

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