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Gastbeitrag: Die Zukunft der Arbeit ist jetzt!

Posted by Katja Rieger on Jul 06, 2020
Katja Rieger
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Wir leben in einer Zeit, die wir so noch nie erlebt haben. Von einem immer schnelleren Vorwärts, hat die Welt plötzlich auf den Pausenknopf gedrückt. Und das ist eine Chance! Ein Beitrag unserer Gastautorin Katja Rieger (Co-Founder Xponential).

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Katja Rieger - Nach einer Karriere in internationalen Unternehmen folgte Katja ihrer Leidenschaft und gründete ihr eigenes Unternehmen als Beraterin für Organisationen, die ihre Unternehmensstrategie und -Kultur aufeinander abstimmen oder glaubwürdige Change-Prozesse in Angriff nehmen wollen. Katja verfolgt in ihrer Führungsberatung ähnliche Denkansätze wie wir bei Kontx sie in der Kommunikationsberatung anwenden, weshalb wir uns freuen, nun gemeinsame Workshops anbieten zu können.  

COVID-19 zwingt Organisationen und Führungskräfte dazu, vieles zu hinterfragen und bisher bewährte Gewohnheiten und Handlungsweisen kritisch zu überdenken: Themen wie Arbeiten von zu Hause aus, Führen über digitale Plattformen oder das Einhalten eines physischen Abstands sind neu und wollen gelernt sein.

Jetzt, wo Gesellschaft und Wirtschaft langsam wieder zum Leben erwachen, können oder wollen die meisten Arbeitnehmer und Führungskräfte nicht einfach zur Normalität zurückkehren. Die Covid-Krise hat Probleme oder Herausforderungen ins Lampenlicht gerückt, die bereits da waren und durch die Krise über Nacht verstärkt wurden. Ein Weiter so wie vor der Krise kann es daher nicht geben, da viele Organisationen in der Krise gezeigt haben, dass sie schnell reagieren können und mit Angestellten und Kunden neue Wege einschlagen können.  

Dennoch sind bei vielen Firmen und Führungskräften die Herausforderungen gross und bedürfen einer kritischen Auseinandersetzung.

  • Was können wir tun, dass unser Business diese Zeit übersteht?
  • Wie können wir unsere Angestellten schützen?
  • Wie können wir für unsere Kunden da sein?

Wie wir mit diesen Fragen umgehen, wird langfristig nachhallen.

Viele Organisationen nutzen die Krise, um ihren Beitrag zu leisten und Menschen zu helfen. Gutes Marketing und insbesondere die Vermittlung einer klaren Botschaft nach innen und nach aussen kann ein Beweis dafür sein, dass eine Organisationen für mehr steht als nur Profit. Der Weg dahin ist nicht einfach. Denn Führungskräfte, deren Organisationen möglicherweise stärker von der Krise betroffen sind, haben Angst – Angst kann ein Katalysator sein und dazu führen, mehr Kontrolle ausüben zu wollen. Das heisst, wir suchen nach Massnahmen, die uns Kontrolle geben: eine dieser Massnahmen ist, Kosten zu sparen. Ein Beispiel, das ich kürzlich sah, ist die Aufforderung der Geschäftsleitung an ihre Mitarbeiter, freiwillig ihre Arbeitszeit auf 40% bis 50% zu reduzieren. Mit der Arbeitszeit war natürlich das Gehalt gemeint (Kosten). Im Prinzip ist das keine abwegige Idee, es kommt aber darauf an, wie diese umgesetzt wird. Eine klare und ehrliche Kommunikation ist hierbei entscheidend, aber auch, dass Führungskräfte als Vorbild agieren und mit gutem Beispiel vorangehen und, dass die Geschäftsführung auf Freiwilligkeit setzt und keinen Druck ausübt.

Es liegt an uns, diese Krise als Chance zu betrachten und uns selber Fragen zu stellen, denen wir bisher ausgewichen sind.

Nachhaltiger Erfolg für Organisationen mit Sinn

Die Welt, in der wir leben, verändert sich schneller als jemals zuvor. Peter Diamandis sagt sogar, dass sich in den nächsten 10 Jahren die Industrien neu erfinden werden.

Auch wenn einigen diese Aussage zu weit gehen wird, spüren viele den Druck sich anzupassen, sich neu zu erfinden, um mit den immer weiter sich vernetzenden Märkten, neuen Technologien und auch sich ändernden Kundenerwartungen klarzukommen. Unser Business und die sozialen Normen ändern sich und das schneller, als uns lieb ist.

Das betrifft natürlich auch die Arbeitswelt und hier besonders die menschliche Seite: In Zukunft erwarten die Mitarbeiter mehr Freiheit und eine neue Art der Führung, wie auch von ihnen mehr Flexibilität und Einsatz erwartet wird. Neue Technologien, Roboter und Artificial Intelligence sind nicht mehr Science-Fiction, sondern werden nach und nach Einzug in unsere Arbeitswelt halten. Wenn wir uns nicht anpassen, dann überholt uns diese Welt.

Heike Bruch von der Universität St. Gallen redet von sinnorientierter Führung. Sie nennt das die Grundlage für neue Führungsformen. In ihrer Trendstudie (USG, Top Job, 2016, Bruch, Block u. Färber): „Arbeitswelt im Umbruch“ nennt sie Führung mit Vision und Inspiration als einen wichtigen Erfolgsfaktor für Organisationen und Führungskräfte. Auch MIT Sloan mahnt an, dass diese Veränderungen neue Massstäbe beim Führungsverhalten verlangen. In ihrem „Playbook for the Digital Age“ beschreibten sie bewährtes Führungsverhalten wie:

  • Eine klare Vision haben
  • Vorbild sein und
  • Ethisch und integer führen

Sie mahnt aber auch neue Führungsfähigkeiten an wie:

  • Empathie
  • Authentizität
  • Grenzenlosigkeit

Sie (MIT Sloan) warnen zudem davor, dass Führungskräfte auf die rasanten Veränderungen der letzten Jahre und Monate weniger vorbereitet sind, als sie selber denken und in gewisser Weise Wissens- und Erkenntnislücken haben.

„Wir sehen Beweise für eine wachsende Lücke zwischen dem wie viele Organisationen gegenwärtig geführt werden und wie sie geführt werden sollten.“ (MIT Sloan, Playbook for the Digital Age)

Lesen Sie im nächsten Blogbeitrag von Katja Rieger, wie Organisationen herausfinden können, wer sie sein wollen und wie Führungskräfte mit Mut und Kommunikation ihre Mitarbeiter inspirieren können.

Topics: Unternehmenskultur, Führung

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